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Busfahren? Aber sicher! - Stadtwerke Neuss üben mit den Kleinsten

Herr Zinnall erklärt den Viertklässlern, was man beim Aussteigen beachten muss.

Wenn Kinder von der Grundschule in die weiterführenden Schulen wechseln, müssen sie oft einen längeren Schulweg per Bus zurücklegen. Wie man den meistert, zeigt die Busschule der Stadtwerke Neuss (swn). Sie bereitet Viertklässler auf die Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs vor, denn nicht immer wird dies im Elternhaus eingeübt. Der kostenlose Workshop nimmt den Kindern Angst und gibt ihnen Sicherheit, trainiert ihr Sozialverhalten und zeigt, wie man Unfällen vorbeugt. Ein Angebot, auf das Neusser Grundschulen und Elternhäuser nicht mehr verzichten wollen. Seit dem Gründungsjahr 2003 durchlaufen jährlich zwischen 600 und 1.000 Kinder die Busschule. Ihr Feedback ist überwältigend. "Die Vollbremsung fanden wir am besten", heißt es auf einem der zahlreichen liebevoll gestalteten Plakate, die die begeisterten Grundschüler als Dankeschön an die Stadtwerke schicken.

Im Neusser Stadtwerke-Bus ist es mucksmäuschenstill. 15 Viertklässler lauschen erwartungsvoll Hubert Zinnall, swn-Mitarbeiter im Kontrolldienst. Heute erzählt er gleich zwei Geschichten. Aber mit unterschiedlichem Ausgang. Seinem Sohn habe er das Busfahren beigebracht, berichtet Zinnall. Wie man eine Busfahrt plant, wie man das richtige Ticket kauft, wie man einsteigt, sich während der Fahrt festhält und den Haltewunschknopf drückt. Den richtigen wohlbemerkt. Und wie man wieder aussteigt. Vorsichtig, nicht verunsichert. Die Tochter hingegen, so Zinnall weiter, habe das Busfahren nicht von ihm lernen wollen. Lieber gleich ausprobieren. Und zwar alleine. Und so verfuhr sie sich. Ein Anruf unter Tränen erreichte die besorgten Eltern. Am Ende sei aber alles gut ausgegangen, betont Zinnall. Die Kinder im Bus hören gebannt zu.

Haltestangen in Signalfarbe

Zinnall lehnt jetzt am Fenster, seine weit geöffneten Arme ruhen auf den leuchtend roten Haltestangen. „Halten die etwa den Bus zusammen?" fragt er in die Runde. „Nee, die sind zum Festhalten!", antwortet ein blonder Lockenkopf keck. Und schon haben seine Füße den Kontakt zum Boden verloren. Der swn-Mitarbeiter hebt ihn in die Luft - damit er an die rote Stange kommt. Die Klasse bricht vergnügt in Lachen aus. „Erwachsene halten sich oben fest, Kinder unten. Da, wo sie drankommen." Einhelliges Nicken.

Vollbremsung mit Lerneffekt

Eifrig laufen die Viertklässler durch den Bus. Jeder möchte der Gruppe zeigen, wo er besonders gerne sitzt. Jan zum Beispiel direkt neben dem Mittelausgang, hinter einer Plastikwand. Ist es da auch sicher? Behutsam drückt Zinnall Jans Gesicht gegen die Scheibe. „Bei einer Vollbremsung wird dein Gesicht gegen die Wand gequetscht", erklärt er ruhig. Die Viertklässler sind erschrocken.
Und was mit dem Fahrgast passiert, der in der letzten Reihe in der Mitte sitzt, demonstriert Willi, eine bunte Plastiktonne. Der Busfahrer schmeißt den Motor an und gibt Gas. Die Kinder halten sich fest. Mit beiden Händen. Das haben sie schon gelernt. Der Bus wird schneller und schneller. Und dann die Vollbremsung. Willi poltert durch den Gang. Von ganz hinten nach ganz vorne. Für die Viertklässler ein Spektakel mit Lerneffekt.
„Jetzt ist Hannah die Tonne", schlägt Zinnall vor. Wer genau hinsieht, bemerkt ein Zwinkern in seinen Augen. „Nein, das tue ich nicht!" Die Grundschülerin antwortet prompt und resolut. Dafür kriegt sie tosenden Applaus. Von ihren Klassenkameraden, dem Busfahrer, ihrer Schulleiterin. Und natürlich von Hubert Zinnall.


Web-Link

www.stadtwerke-neuss.de